"Klima und Landwirtschaft"

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Es ist drückend heiß in Wuppertal am Dienstag, dem 25. Juni, auch am Abend sinkt das Quecksilber nur mühsam unter die 30 °C-Marke: Vorboten des Klimawandels? Trotzdem finden sich etwa 25 Intererssierte ein, die in der Diakoniekirche mit Aktiven des "Klimanetzwerks" ins Gespräch kommen möchten. Das Thema des Abends ist "Klima und Landwirtschaft", ein wichtiger Aspekt, der neben dem Einfluss der Energiewirtschaft oftmals vernachlässigt wird.

Zur Einführung hält Ralf Weyer von Greenpeace Wuppertal einen Vortrag über grundlegende Fakten zur globalen Erwärmung. Die Statistiken belegen: Die Stabilität des Klimas, die die menschliche Entwicklung erst möglich gemacht hat, ist in Gefahr! Im Anschluss zeigt ein Kurzfilm die Folgen der industrialisierten Landwirtschaft besonders am Beispiel Indien mit den kleinbäuerlichen Initiativen zur Bewahrung der Saatgut-Vielfalt und -unabhängkeit. Weitere Grafiken verdeutlichen, wie groß der Anteil der Landwirtschaft durch fossile Energie, Dünger und Pestizide, Transport und Handel, und nicht zuletzt durch die Abfallmenge entlang der ganzen Produktionskette ist. Lobbyismus und Agrarsubventionen tragen dazu bei, dass die industrielle Landwirtschaft an Macht gewinnt.

Anschließend entspinnt unter den von nachhaltigen Getränken und Häppchen gestärkten Teilnehmenden eine angeregte Diskussion, moderiert von Birgit Gladbach-Eckstein vom Klimanetzwerk. Sie wird besonders dadurch belebt, dass ein Wuppertaler Landwirt seinen Weg zu den Aktiven gefunden hat und seine Position entschlossen, aber konstruktiv darlegt. Er macht deutlich, dass viele Landwirte sich von der pauschal vorgetragenen Kritik von Aktiven und Organisationen, die kaum Bezug zur Praxis hätten, abgewertet fühlten. Der Blick dürfe nicht nur in den Globalen Süden oder auf die großen Agrokonzerne gehen. Die lokalen Bauern kämpften zum Beispiel mit dem Flächenfraß durch die Städte, davon seien auch Wuppertaler Bauern stark betroffen, wie durch die Inanspruchnahme der Kleinen Höhe durch die Forensik und ein Neubaugebiet zeige. Auch sieht er die Verbraucher*innen in der Verantwortung. Sie empörten sich zwar über die Verhältnisse, seien aber kaum bereit die höheren Preise für regionale Produkte in Kauf zu nehmen.
Die Diskussion endet mit einer Einladung des Landwirts zum weiteren Gespräch und vor allem zu einem Besuch auf seinem Hof: Ein Impuls der dankbar aufgenommen wird.

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